Persistierende Pupillar Membran (PPM), so wird diese
Krankheit von Züchtern ebenfalls genannt, wird bei den Basenjis, welche
zur Zucht eingesetzt werden sollen, in Deutschland erst seit 1998
systematisch untersucht. Verantwortungsvolle Züchter haben ihre Hunde
schon vor diesem Zeitpunkt freiwillig untersuchen lassen. Es ist daher zur
Zeit noch nicht abzuschätzen, ob diese Krankeit in Deutschland ein Problem
für die Rasse ist, da nicht alle zuchtrelevanten Hunde untersucht wurden.
Das Ergebnis für 77 in Finland in der Zeit von 1985-1996 untersuchte
Basenjis wies 43% der Hunde als mit PPM behaftet aus. In Norwegen wurden
in den letzten Jahren 51 Basenjis unter anderem auch auf PPM untersucht
mit dem Ergebnis, daß bei 22 (= 43%) PPM diagnostiziert wurde. Bei 16
Basenjis konnte dabei nur ein minimale Ausprägung festgestellt werden. Für
einen betroffenenen Basenji muß diese Krankheit nicht zwangsläufig zu
Komplikationen führen. PPM ist ein Überbleibsel aus dem embryonalen
Stadium der Entwicklung des Auges. Ein Häutchen bedeckt die Pupille
während der prenatalen Phase. Dieses Häutchen dient der Blutversorgung der
sich entwickelnden Linse. Bei z.B. Fohlen und Kälbern bildet sich diese
Membran komplett zurück, während sie bei neugeborenenen Hunden noch
teilweise vorhanden ist und während der ersten Lebenswochen verschwindet,
d.h. die Rückbildung ist beim Welpen noch nicht abgeschlossen, wenn dieser
die Augen öffnet. Feine Fäden oder netzartige Strukturen, welche die
Pupille bedecken, sind dann zu erkennen. Diese Reste verschwinden in der
Regel während der ersten vier bis fünf Wochen. Bei einigen Hunden bleiben
diese Strukturen bestehen und entwickeln sich somit zur PPM.
PPM kann in verschiedenen Ausbildungen in der vorderen
Augenkammer vorkommen (Abbildung 1). Sie können sich von der
Regenbogenhaut zum gegenüberliegenden Teil der Regenbogenhaut über die
Linse, von der Regenbogenhaut zur Linse, von der Regenbogenhaut zur
Hornhaut oder als loser, freischwebender Faden in der vorderen Augenkammer
erstrecken. Die Fäden, welche sich von der Regenbogenhaut zu einem anderen
Teil der Regenbogenhaut erstrecken, führen normalerweise nicht zu
Komplikationen. Hierbei kann es sich um einzelne oder aufgespaltene Fäden
handeln. Diese Strukturen können später noch aufbrechen und sind dann fast
nicht mehr bemerkbar wenn die Welpen heranwachsen, jedoch werden sie nie
ganz verschwinden. PPM von der Regenbogenhaut zur Linse ist dagegen
problematischer, weil es durch die Reizung der Linse zu Trübungen (Katarakt
o.a. Grauer Star) an dem Punkt kommen kann, wo die Fäden an der Linse
angewachsen sind. Diese Katarakte entwicklen sich nicht weiter und
verursachen nur geringe visuelle Beinträchtigungen, weil das Gehirn bei
sonst intaktem Auge diesen "blinden" Fleck ausgleichen kann. PPM von der
Regenbogenhaut zur Hornhaut führt ebenfalls zur Trübung der Hornhaut, da
auch hier durch die Reizung der innere Teil der Hornhaut durch die
Zugkräfte der Fäden beschädigt werden kann. Diese Trübungen können klein
bleiben oder sich abhängig von der Zusammensetzung des aus dem Blut
gefilterten Kammerwassers verschlimmern. Von einer Vielzahl solcher Fäden
besonders hart betroffene Welpen können blind sein. Dieser Zustand kann
sich bessern wenn sie älter werden, jedoch wird PPM nie vollständig
zurückgehen.
PPM ist bei vielen Hunderassen nachweisbar. Bei vielen
dieser Hunderassen wird eine PPM von Regenbogenhaut zu Regenbogenhaut zwar
als ein züchterisches Problem, jedoch nicht als ein zuchtausschließender
Fehler bewertet, da PPM bei diesen Rassen nur in geringer Ausprägung und
meist nur sporadisch vorkommt, wobei eine Vererbbarkeit bei diesen Rassen
als ausgeschlossen gilt. Wenn man Hunde mit dieser wenig ausgeprägten PPM
zur Zucht einsetzte, wurden in der Regel keine Beeinträchtigung der
Sehfähigkeit bei den Welpen registriert. Dies soll nicht heißen, daß die
vorher gennanten Probleme bei diesen Rassen auszuschließen sind. Züchter,
deren Hunde eine PPM diagnostiziert wurde, sollten sich Ihrer
Verantwortung bewußt sein und nicht mit befallenen Hunde züchten oder
zumindest solche Hunde nur mit solchen Hunden paaren, welche frei von PPM
sind.
Bei einigen Rassen ist PPM erblich und Hunde mit
jedweder Art von PPM werden von der Zucht ausgeschlossen. So werden von
der CERF (Canine Eye Registration Foundation in USA) Basenjis, Chow Chows,
Mastiffs, Pembroke Welsh Corgis oder Yorkshire Terriers nicht für die
Zucht zertifiziert, da zur Zucht eingesetzte Hunde dieser Rassen
Nachkommen hervorgebracht hatten, bei denen ein direkter Zusammenhang
zwischen PPM und Blindheit gegeben war. Obwohl der Erbgang bei diesen
Rassen nicht klar ist (rezessiver, autosomaler Erbgang wird unterstellt),
ist die Zucht mit solchen Hunden nicht angezeigt. In Deutschland werden
die Untersuchungsergebnisse der Veterinäre, welche dem Dortmunder Kreis (Gesellschaft
für Diagnostik genetisch bedingter Augenerkrankungen bei Tieren e.V.)
angehören, als Grundlage der Zuchtwertschätzung und
Zuchttauglichkeitsprüfung für die Rassehundzuchtvereine im VDH
herangezogen.